Nationalpark Riesengebirge

Riesengebirge - Karkonosze - KarkonoskiWussten Sie, dass bereits Goethe ein Wanderer war, der die Schneekoppe bestieg? Oder dass sich die Quelle der Elbe nahe Spindlermühle in fast 1400 Metern Höhe befindet? Das Riesengebirge ist eins der traditionsreichsten touristischen Gebiete in Mitteleuropa und birgt eine interessante Geschichte.
Als das höchste Teilgebirge der Sudeten, 37 km lang und 22-25 km breit, bildet sein Kamm die Grenze zwischen Polen und Tschechien. Es erreicht in der Schneekoppe eine Höhe von 1602 Metern. Seit etwa 50 Jahren steht das Riesengebirge als Nationalpark unter Naturschutz, große Teile stehen außerdem als Biosphärenreservat unter dem Schutz der UNESCO. Das erste, was man mit dem Gebirge assoziiert, ist sicher der Berggeist Rübezahl, um den sich viele Sagen und Märchen drehen.
Die westliche Begrenzung des Riesengebirges stellt der Neuweltpass (886 Meter) bei Jakuszyce (Jakobsthal) dar, wohinter sich das Isergebirge an der polnisch-tschechischen Grenze anschließt. Die bedeutendsten Wasserfälle auf polnischer Seite sind Zacken (Kamienna), Lomnitz und Bober. Sie bilden aufgrund des starken Gefälles imposante Wasserfälle, wie den Zackelfall (27 Meter), den Kochel-, Lomnitz- oder Hainfall.Zackelfall - Riesengebirge - Polen Riesengebirge
Besonders in der Umgebung der traditionellen Bauden der Hirten entstanden durch Rodung artenreiche Bergwiesen, die durch den Wechsel der Bevölkerung nach und nach verwilderten. Einige Pflanzenarten in der arktischen Tundra entwickelten sich hier unter speziellen Bedingungen, so dass sie nun endemisch sind, also nur hier vorkommen. Von häufigen Wetterumschwüngen geprägt, sind die Winter kalt und die Schneehöhen oft über 3 Meter. Weite Teile des Gebirges verbergen sich fast die Hälfte des Jahres unter einer Schneedecke, die höheren Lagen sind oft im Neben verborgen.
Bis ins Mittelalter war das Riesengebirge unbesiedelt. Zum Herrschergeschlecht der Piasten kamen sächsische, fränkische und thüringische Kolonisten, die sich hier ansiedelten und das Territorium urbar machten. Ausgehend vom Hirschberger Tal wurden ab dem 13. Jahrhundert immer höhere Regionen des Gebirges erschlossen. Gegen Ende des 2. Weltkrieges begann die Vertreibung der deutschen Bevölkerung. Die schlesische Seite wurde daraufhin mit Polen, die böhmische Seite mit Tschechen neu besiedelt. Heute typisch für das Riesengebirge sind die vielen Bergbauden in den höheren Lagen. Dies waren Schutzhütten, die ursprünglich von Hirten im Sommer bewohnt wurden. Mit den ersten Wanderern um 1800 wurden die Bauden als Rast und Unterkunft interessant und schließlich auch zu Herbergen umgebaut. Zu den bekanntesten polnischen Bauden gehören die Hampel-, die Teich- sowie die Neue Schlesische Baude.
Beeindruckend sind auch die einzigartigen Felsformationen, wie die gewaltigen Dreisteine (Pielgrzymy) und der Mittagsstein (Slonecznik). Die hohen Türme und Blöcke aus Granit, die durch ungleichmäßige Verwitterung so verschiedene Formen angenommen haben, ähneln oft Menschen oder Tieren, die bis zu 30 Metern in die Höhe ragen. Im damaligen Schreiberhau auf der schlesischen Seite befinden sich noch heute die aus der Gründerzeit stammenden Ferienvillen mit besonderem Flair. Große und schneesichere Gebiete befinden sich auf der polnischen Seite in Szklarska Poreba (Schreiberhau) und Karpacz (Krummhübel). Kommen Sie mit uns auf eine Wanderung durch das Isergebirge und ins Riesengebirge!
Share and Enjoy!